Blog

Mitglieder im Fokus: Kanalmeier

kanalmeierBr

Gerne erzähle ich euch hier etwas über mich.

Natürlich ist Kanalmeier nicht mein richtger Name. Er ist abgeleitet von einem Restaurantbesitzer im Elsass, den man so nannte, weil seine Beiz an einer Schleuse bei einem Wasser-Kanal lag und den wir immer zur Spargelezit besuchten. Im richigen Leben heisse ich Donat.

Als Vater von zwei Jungs, der eine 10, der andere 22, komme ich trotz Alter noch nicht so schnell zur Ruh. Mit 62 Jahren hat sich mein ursprünglicher Blick in die Welt hinaus und so auch auf Basel im Verlauf der Jahre gewandelt, wie natürlich auch die Themen die Basel selber und die Welt bewegen.
Wie alle kreativ Arbeitenden habe auch ich als Architekt im Verlauf der Zeit mehr Ideen entwickelt als solchen schlussendlich zur Realisation verholfen. Um mir heute im Alter mehr Freiraum zu schenken, arbeite ich zwar einerseits weiter im Planungsbereich, andererseits gönne ich mir nun die Schublade mit den nicht verwirklichten Ideen zu durchwühlen, um darin nach mir gefälligen Notizen und Skizzen zu suchen.

Ein paar Beispiele daraus die ich heute wieder reanimiere stelle ich euch hier gerne kurz vor:

  • Die Skizzen zum Lichtkunst-Projekt „Rhein-Licht“ wurden schon vor gut zehn Jahren zu Papier gebracht aber erst jetzt, nach einigen Schubladenjahren dank Baselcrowd hier öffentlich zur Diskussion gestellt.
    Rheinlicht
  • Umfangreiche Notizen über China in fotografischer Form entstanden zwischen 1988 und 1993. Es war die Zeit zwischen den Gezeitenstürmen, also nach Mao Zedong und noch vor Deng Xiaoping, als China für einen Moment lang in der Gegenwart friedfertig verweilen durfte und nicht von Visionen ihrer Leader getrieben wurde, wie auch heute wieder durch Xi Jin Ping.
    The China Collection
  • Seit 2002 beschäftige ich mich mit Technologien und Know-How zur Digitalisierung und Restaurierung von alten analogen Kleinbild- und Mittelformat-Fotografien. Diesen, dem Vergessen und der Vergänglichkeit unterworfenen analog auf Film belichteten Fotos wirke ich mit meiner Arbeit im kleinen Rahmen ein wenig entgegen.
    Digital-Scan von Analogfoto
  • Skizzen und Ideen für kleine kompakte Wohnhäuser die zu Begriffen wie verdichtetes Bauen, Wohneigentum für alle, nachhaltige Architektur, nachwachsende Baumaterialien gehören, haben mich in den 90er Jahren beschäftigt. Diese schubladisierten Skizzen haben wir dann 2001 doch wieder herausgesucht und auf dieser Idee eine kleine Tiny-House Siedlung mit vier Wohneinheiten in Aesch/BL realisiert. Tiny-Houses sind jedoch erst jetzt in der Öffentlichkeit, weil der Begriff erst jetzt öffentlich etabliert ist und diskutiert wird.
    Tiny-House
  • Eine alte Sabbatical-Arbeit: „Warum Kinder lieber lernen möchten als in die Schule wollen.“ Wer sich damit beschäftigt, was, wie und wieviel sich Kinder im Zeitraum vor ihrer Einschulung alles an wichtigen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen selbstständig beibringen und aneignen, versteht unmittelbar, wie Lernen im Kern funktioniert und das Schule in der heutigen Form unglücklich schlecht dafür gerüstet ist.

Diese Beispiele zeigen alle, wie unterschiedlich Menschen auf die Welt blicken und dies erst noch in Abhängigkeit zum aktuell vorherrschenden Zeitgeist.

Was heute noch als Schnapsidee durchgeht ist morgen vielleicht trotzdem total angesagt. Explizit zeigen dies die Schnapschüsse aus China der 80er Jahre. Die sichtbar machen, dass in diesem Land seither kein einziger Stein mehr auf dem anderen verblieben ist.

The China Collection: Wohnstrasse in Chongqing November 1988
Wohnstrasse in Chongqing, November 1988
(heute, mit ca. 30 Mio. Einwohner, eine der grössten Mega-Städte der Welt)

Falsche Ideen? Wahrscheinlich die Besten!
Richtig heiss: Ab jetzt wird diskutiert.
 

Kommentare 5

Moderationsteam Baselcrowd am Donnerstag, 18. Juli 2019 10:20

Lieber Donat! Danke Dir herzlich für den Einblick in Deine Person, Familie und Arbeit - super spannend!

Lieber Donat! Danke Dir herzlich für den Einblick in Deine Person, Familie und Arbeit - super spannend!
martina am Donnerstag, 18. Juli 2019 10:26

Hallo Donat,
ich finde alle deine Ideen sehr interessant und spannend. Hoffentlich schreibst du noch mehr drüber oder es schafft eine oder mehrere deiner Ideen in die Endrunde. Persönlich bin ich sehr an den Tiny Häusern von dir interessiert. Leider habe ich es nicht zu den "Ope Doors" in Aesch geschafft. Bitte nimm doch Kontakt mit mir auf. Würde mich gern näher drüber mit dir über die Häuser unterhalten (hat nichts mit Baselcrowd zu tun).
Lernen ohne Schule.... ob das für jeden funktioniert? Wäre echt ein Meilenstein.... wow...wie das wohl im Detail aussehen soll?

Hallo Donat, ich finde alle deine Ideen sehr interessant und spannend. Hoffentlich schreibst du noch mehr drüber oder es schafft eine oder mehrere deiner Ideen in die Endrunde. Persönlich bin ich sehr an den Tiny Häusern von dir interessiert. Leider habe ich es nicht zu den "Ope Doors" in Aesch geschafft. Bitte nimm doch Kontakt mit mir auf. Würde mich gern näher drüber mit dir über die Häuser unterhalten (hat nichts mit Baselcrowd zu tun). Lernen ohne Schule.... ob das für jeden funktioniert? Wäre echt ein Meilenstein.... wow...wie das wohl im Detail aussehen soll?
Kanalmeier am Freitag, 19. Juli 2019 15:40

Hallo Martina
Danke für dein Interesse an meinen Themen und für dein Feedback. Betreffend den tiny-houses kannst du mich gerne unter folgender Mail privat kontaktieren: donat.kamber@me.com
Wir können uns gerne mal für ein Gespräch zusammen setzen.
Bei meiner alten Sabbatical-Arbeit: „Warum Kinder lieber lernen möchten als in die Schule wollen.“ geht es jedoch nicht, wie der Text vielleicht fälschlicherweise annahmen lässt, um "Lernen ohne Schule". Die Idee, dass Kinder sich in einem vom Elternhaus unabhängigen Umfeld einbringen, bilden und sozialisieren, halte ich für etwas sehr Förderliches.
Aber Schule in der heutigen Form hat sich zwar weiterentwickelt, Grundlage war und ist aber immer noch das preußische Generallandschulreglement von 1763. Die preussische Armee war damals eine der Ersten, die bemerkten, dass mit aufkommen der Industrialisierung, das jugendliche, für ihre Armee zu rekurrierende Menschenmaterial, nicht mehr brauchbar war, weil sie nicht mehr in der Obhut mit Ihren Eltern gemeinsam in der Landwirtschaft halfen und mitarbeiteten. Den ihre Eltern arbeiteten inzwischen in den Fabriken, da sie es gewohnt waren und es auch erforderlich war, dass ihre Kinder mitarbeiteten, landeten auch sie in den Fabriken. Doch diese Form der verschleissenden Kinderarbeit, war viel zu schwer für sie. Den preußischen Rekrutierer ist dieser veränderte Sachverhalt natürlich bald aufgefallen. Abhilfe war dringend erforderlich, schliesslich ging es um die preussische Wehrfähigkeit. Also wurde nach und nach Kinderarbeit verboten und die generelle Schulpflicht eingeführt. Erste, sogenannte Landschullehrer waren altgediente preußische Unteroffizier. Einer steht vorne befielt und weisst den Weg, während der Rest gehorcht und ausführt. Was in der preussischen Armee Sinn macht, ist in der Bildung für Kinder und Jugendliche, so unpassend wie Kinderarbeit in den Fabriken von damals.
Soweit so gut.
Es würde mich freuen von dir per Mail zu hören.
Wünsch dir ein schönes Wochenende
Donat

Hallo Martina Danke für dein Interesse an meinen Themen und für dein Feedback. Betreffend den tiny-houses kannst du mich gerne unter folgender Mail privat kontaktieren: donat.kamber@me.com Wir können uns gerne mal für ein Gespräch zusammen setzen. Bei meiner alten Sabbatical-Arbeit: „Warum Kinder lieber lernen möchten als in die Schule wollen.“ geht es jedoch nicht, wie der Text vielleicht fälschlicherweise annahmen lässt, um "Lernen ohne Schule". Die Idee, dass Kinder sich in einem vom Elternhaus unabhängigen Umfeld einbringen, bilden und sozialisieren, halte ich für etwas sehr Förderliches. Aber Schule in der heutigen Form hat sich zwar weiterentwickelt, Grundlage war und ist aber immer noch das preußische Generallandschulreglement von 1763. Die preussische Armee war damals eine der Ersten, die bemerkten, dass mit aufkommen der Industrialisierung, das jugendliche, für ihre Armee zu rekurrierende Menschenmaterial, nicht mehr brauchbar war, weil sie nicht mehr in der Obhut mit Ihren Eltern gemeinsam in der Landwirtschaft halfen und mitarbeiteten. Den ihre Eltern arbeiteten inzwischen in den Fabriken, da sie es gewohnt waren und es auch erforderlich war, dass ihre Kinder mitarbeiteten, landeten auch sie in den Fabriken. Doch diese Form der verschleissenden Kinderarbeit, war viel zu schwer für sie. Den preußischen Rekrutierer ist dieser veränderte Sachverhalt natürlich bald aufgefallen. Abhilfe war dringend erforderlich, schliesslich ging es um die preussische Wehrfähigkeit. Also wurde nach und nach Kinderarbeit verboten und die generelle Schulpflicht eingeführt. Erste, sogenannte Landschullehrer waren altgediente preußische Unteroffizier. Einer steht vorne befielt und weisst den Weg, während der Rest gehorcht und ausführt. Was in der preussischen Armee Sinn macht, ist in der Bildung für Kinder und Jugendliche, so unpassend wie Kinderarbeit in den Fabriken von damals. Soweit so gut. Es würde mich freuen von dir per Mail zu hören. Wünsch dir ein schönes Wochenende Donat
KleineKrähe am Montag, 22. Juli 2019 11:37

Hallo Donat
Danke für die ausführliche Vorstellung.
Du klingst nach einem spannenden und tollen Zeitgenossen.
Ich freue mich darauf mit dir zukünftig Themen zu diskutieren und deine Sichtweise zu hören. Du scheinst viel herum gekommen zu sein und deswegen einen grossen Blickwinkel zu haben.

Liebe Grüsse
Fabienne

Hallo Donat Danke für die ausführliche Vorstellung. Du klingst nach einem spannenden und tollen Zeitgenossen. Ich freue mich darauf mit dir zukünftig Themen zu diskutieren und deine Sichtweise zu hören. Du scheinst viel herum gekommen zu sein und deswegen einen grossen Blickwinkel zu haben. Liebe Grüsse Fabienne
Kanalmeier am Dienstag, 23. Juli 2019 18:55

Hallo KleineKrähe
Herzlichen Dank für deinen anregenden Kommentar und natürlich auch dafür, dass du dir Zeit genommen hast, meine Ausführungen zur Kenntnis zu nehmen. Ich hoffe auch mehr Zeit zu finden, um mich intensiver an den hier statt findenden Diskussion einzubringen.
Lieber Gruss Donat

Hallo KleineKrähe Herzlichen Dank für deinen anregenden Kommentar und natürlich auch dafür, dass du dir Zeit genommen hast, meine Ausführungen zur Kenntnis zu nehmen. Ich hoffe auch mehr Zeit zu finden, um mich intensiver an den hier statt findenden Diskussion einzubringen. Lieber Gruss Donat
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Mittwoch, 05. Mai 2021
Für die Registrierung bitte Benutzername, Passwort und nötige Felder eingeben.

BASELCROWD-Login

BASELCROWD Login